Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

Veranstaltungen
© Foto: Dafinka Stoilova + Ivailo Hranov
10. Juni 2020 / 19.30 Uhr / Garten Haus des Buches
Ein Abend mit bulgarischer Literatur
Georgi Gospodinov und Angel Igov in Lesung und Gespräch
Moderation: Andreas Tretner
Andreas Tretner stellt zwei herausragende Vertreter der zeitgenössischen bulgarischen Literatur vor:

Georgi Gospodinov, 1968 in Jambol, Bulgarien, geboren, studierte Bulgarische Philologie in Sofia, redigierte seit 1993 eine Literaturzeitung, war Kolumnist der Tageszeitung »Dnevnik« und arbeitet am Literaturinstitut der Bulgarischen Akademie der Künste. 1992 debütierte Gospodinov mit dem Lyrikband Lapidarium, dem ein weiterer Band folgte. Einem internationalen Publikum bekannt wurde er mit seinem Debüt »Natürlicher Roman« (1999), von dem Übersetzungen in mittlerweile 23 Sprachen vorliegen. Auch als Bühnen- und Drehbuchautor war Gospodinov erfolgreich. Sein Prosaband »Und andere Geschichten« stand auf der Longlist für den Frank OConnor Award. Auf Deutsch erschienen außerdem die Erzählungen »Gaustín oder Der Mensch mit den vielen Namen« (2004), »Kleines morgendliches Verbrechen«, eine Auswahl von Gedichten (2010), der Roman »Physik der Schwermut« (2014, ausgezeichnet mit dem Jan Michalski-Preis) und der Erzählband 8 Minuten und 19 Sekunden (2016).

Angel Igov, geboren 1981, ist ein in Sofia/Bulgarien lebender Schriftsteller, Übersetzer und Journalist. Sein Werk umfasst mittlerweile drei Romane, Erzählungen und Essays. Er wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem renommierten bulgarischen Elias-Canetti-Preis. Seine Erzählungen wurden u.a. ins Französische, Polnische und Deutsche übersetzt. Für die Übersetzung von Angel Igovs Roman »Die Sanftmütigen« war Andreas Tretner für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. - Das Buch war in Bulgarien eine kleine Sensation, weil es ein historisches Tabu aufgreift, dem die bulgarische Literatur die längste Zeit ausgewichen ist: die sogenannten »Volksgerichte« von 1944/45, die die früheren Machthaber in Schauprozessen nach Moskauer Vorbild aburteilten. Mit viel Witz erzählt Angel Igov, wie der junge Dichter Emil Strezov 1944 unversehens Ankläger am bulgarischen Volksgericht wird. Strezov ist ein proletarischer Jungpoet aus der Provinz, der in atemberaubender Dynamik erst zum Mitläufer, dann zum Kader und eilfertigen Ankläger im Dienste des neuen Terrorregimes wird.

Andreas Tretner, 1959 in Gera geboren, ist Übersetzer aus dem Russischen, Tschechischen und Bulgarischen. Nach seinem Studium war er Industrie-Fachübersetzer und Lektor für slawische Literatur. Seit 1985 übersetzt er Literatur, u.a. von Viktor Pelewin, Vladimir Sorokin und Jáchym Topol. 2001 wurde Tretner mit dem Paul-Celan-Preis geehrt, 2011 erhielt er den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt.

Eintritt: 5,- / 3,- EUR

Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig

Um Anmeldung wird gebeten unter kontakt@literaturhaus-leipzig.de oder 0341 30 85 10 86 (Anrufbeantworter)

Bitte beachten Sie: Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Literaturcafé statt, das aufgrund der aktuellen Situation abends jedoch keinen gastronomischen Service anbietet. Bringen Sie deshalb bitte bei jedem Besuch einen Mund-Nasen-Schutz sowie ggf. eigene Getränke mit.


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