Wie ist es, wenn sich die vertraute Welt auflöst, wenn das, was gestern noch normal war, heute nicht mehr gilt? Navid Kermani fängt diesen Moment in einem einzigen Sommer ein: Ein Freund, der zuletzt politisch auf Abwege geraten war, hat sich das Leben genommen. Die Kriege rücken näher und die Debatten werden schriller. Seine Freundin hält den Erzähler für einen Macho, aber das bleibt bei weitem nicht der schlimmste Vorwurf, der sein Selbstbild erschüttert. Auf unnachahmliche Weise gelingt es Navid Kermani, unsere Gegenwart aus ihren Widersprüchen heraus zu begreifen, das scheinbar Unversöhnliche zu versöhnen und, wichtiger noch, das wirklich Unversöhnliche auszuhalten. Ein existenzieller, hellsichtiger Roman unserer Zeit. (Hanser 2026)
Navid Kermani, geboren 1967, ist habilitierter Orientalist und lebt als freier Schriftsteller in Köln. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Kleist-Preis, dem Breitbach-Preis, dem Hölderlin-Preis und dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 2024 erhielt er den Thomas-Mann-Preis. Zuletzt erschienen »Das Alphabet bis S« (2024), »Israel: Eine Korrespondenz« (2023 mit Natan Sznaider), »Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näherkommen. Fragen nach Gott« (2022), »Was jetzt möglich ist. 33 politische Situationen« (2022). Im Januar 2025 erschien sein neues Kinderbuch »Zuhause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest«.