Bahram Moradi (geboren 1960 im Iran) hat auf Persisch sechs Bücher vorgelegt, jetzt erschien erstmals ein Roman in deutscher Übersetzung. Er arbeitete als Schauspieler, Dramatiker und Regisseur am Theater und flüchtete Mitte der achtziger Jahre aus seiner Heimat; seit 1994 lebt er in Berlin. »Das Gewicht der anderen« (im Original 2021 veröffentlicht) führt uns zurück in die 1980er Jahre in den Iran: Der Sieg der Islamischen Revolution liegt zwei Jahre zurück, das neue Regime beginnt, die politische Opposition auszuschalten. Folter und Massenhinrichtungen bestimmen den Alltag, und der jugendliche Romanheld Peyman Bamshad, der aufgrund einer Verwechslung verhaftet wurde, versucht sich vor dem Grausamen und Unverständlichen zu retten, indem er alles ins Lächerliche zieht. Aber das kann - natürlich - nur eine begrenzte Zeit lang funktionieren.
In rasantem Tempo erzählt, folgen wir den Erinnerungen Peyman Bamshads, wobei der erwachsene Protagonist mit seinem dreizehnjährigen Ich verschmilzt - auf der Suche nach sich selbst führt er uns durch die Absurdität der postrevolutionären Jahre im Iran. - Der Roman zeigt, wie schnell Gesellschaften verrohen, wenn ein totalitäres Regime an die Macht kommt, wie schnell Gewalt zum Normalzustand wird - und was die Gewalt mit denen macht, die ihr ausgesetzt sind. (Aus dem Persischen von Sarah Rauchfuß, Wallstein 2025)