Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

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© Foto: Gaby Waldek
2. Juni 2026 / 19.30 Uhr / Saal 3
Omri Boehm »Humanität als Praxis«
Der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm, geboren 1979, ist einer der weltweit gefragtesten Denker der Gegenwart. Er lehrt an der New Yorker New School for Social Research. In seinem 2024 mit dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung ausgezeichneten Buch »Radikaler Universalismus: Jenseits von Identität. Universalismus als rettende Alternative« besteht er darauf, dass die Menschenrechte Ausdruck einer universellen Wahrheit und eines universellen moralischen Gesetzes sind. Das Individuum steht im Zentrum seines Denkens, nicht eine bestimmte Identitätserzählung oder die Betonung kultureller Verschiedenheiten als Relativierung. Boehm leitet den radikalen Universalismus aus den Schriften Immanuel Kants und den biblischen Erzählungen ab; er will ihn nicht als etwas verstanden wissen, das nur partikuläre (westliche) Sichtweisen und Interessen im Sinne traditionell verstandener liberaler Demokratie vertritt, sondern fordert eine Rückbesinnung auf die »absolute Liebe zur Menschheit«.

Ausgehend davon bezieht er auch in politischen Fragen wie im Nahostkonflikt Stellung, so trat er in seinem Werk »Israel - eine Utopie« (2020) gegen die Zweistaatenlösung und für einen binationalen Bundesstaat ein, der gerechte Verhältnisse für alle Bewohner, auch für die Palästinenser, herbeiführen könne und mag nicht die Augen verschließen vor den »Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza«.

Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V.


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