Alexander Walther »Die Shoah in der DDR« // Philipp Graf »Ausgeschlagenes Erbe. Die jüdische Geschichte Halberstadts in der DDR«
In der DDR war die Geschichte ein streng reguliertes Feld. Auch der staatlich forcierte Antifaschismus ließ, so die Annahme, kaum Spielräume für abweichende Narrative. Wie konnten daher jüdische Verfolgungserfahrungen und antifaschistische Überzeugungen unter staatssozialistischen Vorzeichen verhandelt und artikuliert werden? Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus? Diesen Fragen widmet sich Alexander Walther in seiner Studie »Die Shoah in der DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus« (Wallstein 2025).
Alexander Walther ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt »Tacheles 2026. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen« am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz.
In »Ausgeschlagenes Erbe. Die jüdische Geschichte Halberstadts in der DDR« (Vandenhoeck & Ruprecht 2026) fragt Philipp Graf vor dem Hintergrund bis in die Gegenwart zu vernehmender antisemitischer Vorbehalte in der Stadt, inwieweit sich der ›verordnete Antifaschismus‹ und die politische Kultur der DDR hierin Ausdruck verschaffen und beeinflussen, wie in Halberstadt und in den neuen Bundesländern insgesamt über Juden, Judentum und jüdisches Leben gesprochen wird.
Philipp Graf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur - Simon Dubnow in Leipzig.
Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig ǀ Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig Diese Veranstaltung teilen