Zu Lebzeiten Franz Kafkas waren fast keine Texte des Autors veröffentlicht; seinen Freund Max Brod hatte Kafka testamentarisch aufgefordert, alles von ihm Geschriebene zu vernichten. Durfte Brod sich darüber hinwegsetzen? Was bedeutete das? Denn gerade weil die Handschriften erst entziffert werden mussten, viele Texte Fragment geblieben waren und geordnet werden mussten (mussten sie?), weil innerhalb der Fragmente zu entscheiden war, was Tippfehler oder zu korrigierende Irrtümer waren, kam Max Brod und auch späteren Herausgebern eine eminente Bedeutung zu. Welche Texte bilden die Grundlage? Wer darf sie aufbewahren? Wer ist rechtmäßiger Besitzer? Urheberrechtsinhaber?
Reiner Stach ist DER Kafka-Kenner überhaupt, seine dreibändige Kafka-Biographie ist international als Standard anerkannt. Über die oben grob skizzierten Fragen gestaltet er kein Germanistikseminar, sondern erzählt er - am Beispiel der Romane »Der Verschollene« und »Das Schloss« - spannend wie in einem guten Kriminalroman.
Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig in Kooperation mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken ǀ Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Leipzig Diese Veranstaltung teilen