Saba-Nur Cheema und Meron Mendel bringen seit Jahren Menschen mit grundverschiedenen Ansichten ins Gespräch. Ihre Erfahrung zeigt: Nicht die Kontroverse ist das Problem unserer Gegenwart, sondern eine übersteigerte gesellschaftliche Sensibilisierung, die jede Differenz als Gefahr oder Verletzung erfährt. Boykottaufrufe, die Forderung nach Safe Spaces in öffentlichen Räumen und die Politisierung von Gefühlen verunmöglichen eine produktive Auseinandersetzung und untergraben das demokratische Miteinander. »Die Empörungsfalle« zeigt eindrücklich, wie eine widerstandsfähige Debattenpraxis möglich bleibt - eine Kultur, die Konflikte aushält, Ambivalenzen zulässt und das Gegenüber als mündigen Gesprächspartner ernst nimmt. Ihr Buch ist ein Appell, die Öffentlichkeit nicht den Lautesten oder Empörtesten zu überlassen, sondern sie durch echten Austausch neu zu beleben. (Kiepenheuer & Witsch 2026)
Saba-Nur Cheema, geboren 1987, wuchs in Frankfurt als Tochter pakistanischer Flüchtlinge auf. Die Politologin und promovierte Erziehungswissenschaftlerin forscht am Institut für Sozialforschung, war Mitglied des Expertenkreises zu Muslimfeindlichkeit der Bundesregierung und ist Präsidiumsmitglied des Goethe-Instituts.
Meron Mendel, geboren 1976, wuchs in einem Kibbuz in Israel auf. Der Historiker ist Professor für Soziale Arbeit sowie Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Sein Bestseller »Über Israel reden« stand auf der Shortlist des Deutschen Sachbuchpreises.