Schon vor Erscheinen wurde der lang ersehnte neue Roman von Ingo Schulze mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026 ausgezeichnet. Naturgemäß, möchte man fast sagen: Fährt doch der Erzähler im Juni 2025 nach Mecklenburg, um aus einem noch in Arbeit befindlichen Manuskript vorzulesen. Und in diesem geht es just um einen Aufenthalt des damals 16-Jährigen im Sommer 1979 bei einem älteren Künstlerpaar in einem mecklenburgischen Dorf. Der junge Mann verbringt dort einige Wochen, um zu schreiben, was er so selbstbewusst wie in vielem ahnungslos angeht. Unter dem Einfluss der beiden täglich in der Natur Malenden wird selbstverständlich Scheinendes plötzlich fragwürdig, lernt er sehen im besten Sinne des Wortes, gewinnt Erkenntnisse, die erst langsam Umrisse gewinnen. Allein die stets wechselnden Wolken über der seenreichen Gegend zu beschreiben wird ein ungeahntes Abenteuer. Und nicht zuletzt trifft er eine Bekannte seiner Gastgeber, die ihn in Bann zieht. Obwohl etliche Jahre älter, nimmt sie ihn mit zu Ausflügen, sodass es schon Getuschel im Ort gibt. Und diese Sonja aus dem in Arbeit befindlichen Roman sitzt plötzlich in der Lesung im Jahr 2025 im Publikum. Der Autor verwebt die beiden Zeitebenen zu einem erregenden Spiel über Wirklichkeit und Kunst. (S. Fischer 2026)
Ingo Schulze, geboren 1962 in Dresden, zählt seit seinem Debüt »33 Augenblicke des Glücks« zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren. Seine Bücher, darunter zuletzt der Roman »Die rechtschaffenen Mörder«, sind Schullektüre, wurden verfilmt, dramatisiert und in 32 Sprachen übersetzt. Seit 2023 ist er Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
Eintritt: 10,- / 7,- EUR
Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V. in Kooperation mit den Leipziger Städtischen Bibliotheken Diese Veranstaltung teilen