Reiner Stach spricht über Franz Kafka und den gerade von ihm in neuer Kommentierung herausgegebenen Roman.
»Das Schloss«, erstmals erschienen im November 1926, ist Kafkas längstes und figurenreichstes Werk. Geschildert wird die scheinbar vergessene Welt eines unter Schnee begrabenen Dorfes, in dem eines Tages ein Fremder erscheint: ein Landvermesser namens K., der sich beharrlich um Arbeit und Wohnung bemüht, jedoch an einer unzugänglichen, alles beherrschenden Schlossbehörde scheitert. Mit zahlreichen ebenso bewegenden wie grotesken Wendungen weitet sich die archaische Szenerie allmählich zu einem Panorama von unheimlicher Intensität.
Die Leitfrage von Stachs kommentierter Ausgabe ist, wie Kafka das eigentlich gemacht hat. Daher werden auch lange gestrichene Passagen des Romans im vollen Wortlaut wiedergegeben, was einen tiefen Einblick in Kafkas Werkstatt ermöglicht. In seinem Vortrag spricht Reiner Stach über den Text und die Editionsarbeit, aber auch darüber, aus welchen biografischen Umständen der Roman hervorgegangen ist und wie er im Lauf der Jahrzehnte bis heute gewirkt hat, auch in anderen Medien.
Carmen Laux liest ausgewählte Textstellen aus dem Roman.
Reiner Stach, geboren 1951 in Rochlitz, dessen dreibändige Biographie über Franz Kafka international längst als Standard anerkannt ist, wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis für sein herausragendes Gesamtwerk auf dem Feld der literarischen Biographik.
Eintritt: 10,- / 7,- EUR ǀ Veranstaltung des Literaturhauses Leipzig e.V. Diese Veranstaltung teilen