Haus des Buches
Literaturhaus Leipzig

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© Foto: privat / Weidle Verlag
2. Dezember 2019 / 19.30 Uhr / Literaturcafé
»Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit. Erinnerungen«
Isabela Figueiredo im Gespräch mit Markus Sahr
Einführung: Jobst Welge (Universität Leipzig)

Erst 2009, nach dem Tod des Vaters der Autorin, konnte dieses Erinnerungsbuch erscheinen. Ein Skandal, ein Bestseller, ein Tabubruch: Denn es räumte radikal mit der Legende von der »sanften« portugiesischen Herrschaft in Übersee auf und vermittelte einen ungeschönten Blick auf den blutigen Kolonialkrieg in Mosambik. - Im Zentrum steht Isabela Figueiredos Vater, ein Elektriker, der seit den 1950er Jahren in Mosambik lebt und arbeitet. Den ärmlichen Verhältnissen der portugiesischen Provinz entflohen, entfaltet er nun seine Macht als Weißer. Isabela Figueiredo versteht es, die Perspektive des Kindes mit Reflexionen über die Realität des Kolonialismus zu verbinden. Es entsteht das Bild eines alltäglich gelebten Rassismus, einer menschenverachtenden Ausbeutung, die nie hinterfragt wird. Doch der kindliche Blick sieht mehr, weil er nicht an den Fassaden hängenbleibt. Gleichzeitig wird damit der geliebte Vater zum Feind - dem sie dann ihr Buch widmen wird.

Isabela Figueiredo wurde 1963 in Lourenço Marques, dem heutigen Maputo, geboren. 1975, nach der Nelkenrevolution und Mosambiks Unabhängigkeit, zog sie nach Portugal.

Markus Sahr übersetzt aus dem Portugiesischen und Englischen. Er arbeitet in Leipzig und Lissabon.

Eintritt frei

Veranstaltung des Weidle Verlags und des Literaturhauses Leipzig e. V. in Zusammenarbeit mit der Botschaft von Portugal, Camões Berlim und dem Lektorat Portugiesisch der Universität Leipzig


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